Hier ist etwas, das fast jeden aus der Fassung bringt, auch die Leute, die in der Lebensmittelbranche arbeiten. Sie gehen in einen Boba-Laden, zeigen auf das leuchtend violette Getränk mit der Aufschrift „Taro-Milchtee“ und denken, Sie würden gleich Taro probieren. Das bist du wahrscheinlich nicht.
Wo die Verwirrung beginnt
Die Verwechslung von Ube und Taro hat eine Hauptursache: die Farbe Lila.
Als Mitte der 2010er Jahre philippinisch-amerikanische Ube-Desserts auf Instagram und TikTok auftauchten, waren sie von Natur aus tiefviolett. Gleichzeitig hatte sich Taro-Bubble Tea bereits in asiatisch-amerikanischen Gemeinden etabliert, und während echtes Taro blass und cremefarben ist, sind die meisten kommerziellen Taro-Pulver aus optischen Gründen künstlich lila oder lavendelfarben gefärbt.
Ein Kunde könnte in einer philippinischen Bäckerei lila Eiscreme mit der Aufschrift „ube“ und dann in einem Bubble-Tea-Laden lila Milchtee mit der Aufschrift „Taro“ sehen, annehmen, dass sie verwandt sind, und mit einem grundlegenden Missverständnis beider Zutaten abreisen.
Ube: Die natürlich violette Yamswurzel
Ube ist eine tropische Yamswurzel, die ursprünglich aus den Philippinen stammt. Ihr botanischer Name ist Dioscorea alata und sie gehört zur Familie der Dioscoreaceae, was sie zu einer echten Yamswurzel macht. Das Fruchtfleisch in einer frischen Ube-Wurzel hat eine leuchtende, tiefviolette Farbe, manchmal mit weißen oder hellen Lavendelstreifen. Dieses Lila ist völlig natürlich und stammt aus Anthocyanen, den gleichen Pigmentverbindungen, die auch in Blaubeeren und Rotkohl vorkommen.
Auf den Philippinen ist Ube seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil von Desserts und Festen. Es ist die Basis für Ube Halaya (eine cremige Marmelade aus Kondensmilch und Kokosmilch), Ube-Eis, Ube-Kuchen und unzählige andere Süßigkeiten.
Der Geschmack von Ube ist süß, cremig und leicht nussig. Die meisten Leute beschreiben es als eine Kombination aus Vanille, weißer Schokolade und Pistazien mit einer subtilen erdigen Note. Es ist zugänglich und mild, weshalb es sich hervorragend als Dessertzutat eignet.
Taro: Die blasse stärkehaltige Wurzel, die eigentlich nicht lila ist
Taro (Colocasia esculenta) ist eine ganz andere Pflanzenfamilie und gehört zu den Araceae, auch Aronstabgewächse genannt. Es handelt sich um eine der ältesten kultivierten Nahrungspflanzen der Menschheitsgeschichte, die seit Tausenden von Jahren in Asien, Afrika, auf den Pazifikinseln und in der Karibik angebaut wird. Auf Hawaii wird Poi aus Taro hergestellt. In China und Taiwan kommt es sowohl in herzhaften Eintöpfen als auch in süßem Gebäck vor. In Westafrika ist Taro seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel.
Wenn man eine frische Taro-Wurzel aufschneidet, ist das Fruchtfleisch weiß oder cremefarben, manchmal mit sehr schwachen lila oder lavendelfarbenen Untertönen und winzigen violetten Sprenkeln. Das ist alles. Es ist nicht lebendig. Es ist nicht violett. Es ist blass.
Der Geschmack von Taro ist mild und leicht erdig, ähnelt eher einer stärkehaltigen Kartoffel mit einer ganz leichten Nussnote als jeder anderen Dessertzutat. Es hat von Natur aus wenig Süße, weshalb Taro in süßen Anwendungen (wie Bubble Tea) fast immer erheblichen Zuckerzusatz erhält, um die von den Verbrauchern erwartete Süße zu erzeugen. Aufgrund seines neutralen Charakters ist Taro außerdem äußerst vielseitig und eignet sich sowohl für herzhafte Suppen und Currys als auch für gesüßte Getränke.